Ulfinger

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Alamannendarstellung in Spätantike und Völkerwanderungszeit

Reenactment, Living History, historische Darstellung: wie man es auch nennen will, die Ulfinger sind eine Gruppe von Leuten, die sich als Hobby damit beschäftigen, ein möglichst vollständiges und stimmiges Bild einer alamannischen Sippe in der Zeit ersten Hälfte des 5. Jahrhunderts nachzuspielen. Auf den folgenden Seiten möchten wir dieses Hobby vorstellen.

 

Entstanden sind die Ulfinger im Spätherbst 1999: dank eines Inserates von Thomas Gamio im Mittelalterforum “Tempus Vivit” trafen sich online Thomas Gamio und Stefan Deuble, außerdem wurde dabei der erste Kontakt zu den damaligen Ulfhednar Alamannien aus Vorarlberg, Österreich, geknüpft. Aus dem online-Treffen wurde schnell ein Treffen im echten Leben: Thomas und Stefan verabredeten sich zu einem frühmittelalterlichen Holzfällercamp, fällten bei minus 15 Grad einige Bäume und schauten abends dem Bier beim Einfrieren im Krug zu.

Mit Beginn der Marktsaison 2000 reisten sie zusammen zu den Freienfelser Ritterspielen, Stefan schlug seinen Stand als axtstielschnitzender Holzhandwerker im selben Mai auf dem Montfortmarkt in Feldkirch, Vorarlberg, auf. Dort vertiefte sich der Kontakt mit den österreichischen Ulfhednar, aus dem dann eine echte Freundschaft wuchs. Im Herbst desselben Jahres nahm Stefan dann den Namen “Ulfwin” an, der “Wolfs-Freund” bedeutet, was für ihn und die vorarlberger Wolfshäuter ein Zeichen der gegenseitigen Freundschaft war.

In den folgenden zwei Jahren war Ulfwin noch oft als frühmittelalterlicher Holzhandwerker unterwegs und sammelte dabei fleissig Adressen von anderen Alamannendarstellern. Thomas Gamio war so oft es ging dabei, knüpfte aber auch auf anderen Veranstaltungen Alamannenkontakte.

Im Herbst 2002 bahnte sich ein Engagement in einer anderen Zeitstellung an, das im Sommer 2003 wahr wurde: ein Auftritt als Reiterkrieger und Pferdeläufer im Jahr 9 n.Chr. im Varusschlachtmuseum Kalkriese. Hier wurde Ulfwin dank seines berühmten Ponys “Hrappur” befördert: Thomas, der inzwischen den Spitznamen “Myrki”  bekommen hatte, nahm die Rolle des Gefolgsmanns an, der seinem Reiter - beim Galopp an der Mähne des Pferdes hängend - in die Schlacht folgt. Der Gefolgschaftsführer bekam den Titel “Hunno”, was sich grob als Hundertschaftsführer übersetzen lässt. Dank der Ein-Mann-Gefolgschaft war es allerdings lange ein “Uno”. Gleichzeitig wurde der Gruppenname “Ulfinger” geboren.

Im selben Jahr bekamen die Ulfinger noch ein Engagement in der Villa Rustica in Burgweinting bei Regensburg, der Abschied von der Axtstielschnitzerei und den Mittelaltermärkten kündigte sich an.

 

 

Im Jahr des ersten internationalen Alamannenthings, 2004, bekamen die Ulfinger weiteren Zuwachs: Armin Letsch mit seiner ganzen Familie. Ausserdem entstand eine Freundschaft zu Dieter Vogel-Brenner und seiner Familie, die die Ulfinger seither bei vielen Auftritten begleiten. Im Herbst 2004 stiess dann Hermine Müller dazu.

Im Fühjahr 2005 begründeten die Ulfinger mit der Ausrichtung des dritten internationalen Alamannenthings ihren unverwechselbaren Ruhm in der Welt der Alamannendarsteller: endlich kamen die ganzen bisher geknüpften Kontakte und gesammelten Adressen zusammen, die von den Vorarlbergern initiierten Treffen wurden durch die ulfingische Kontaktfreudigkeit zu ungeahnter Größe erweitert, um den Preis der familiären Gemütlichkeit der vorigen Things ist eine Alamannenszene innerhalb der Szene der historischen Darsteller entstanden.

Im Herbst 2005 bewährten sich die Ulfinger beim Römerbadfest in Hüfingen als Laienschauspieler, wodurch ihre Darstellung einen ganz neuen Aspekt gewann: das Stegreiftheater, eine gern gesehene Besonderheit der Gruppe.

 

 

Bis zum Beginn der Saison 2006 stiessen dann noch Jessica, Sebastian und Sebastian dazu. Um dem personellen Wachstum auch ausstattungstechnisch gerecht zu werden, wurden über den Winter 2005/2006 einige Workshops durchgeführt, Keramik gebrannt, das Spinnen, Färben und Weben von Textilien unter fachkundiger Anleitung vertieft, gebastelt und genäht.

So gestärkt ging es in die Saison 2006, es wurden neben den beiden Things einige wenige Auftritte bestritten,  beim Bau des Grubenhauses in Mäder massgeblich mitgeholfen. Ausserdem traten gruppendynamische Prozesse auf, die bestanden werden mussten. Trotzdem bröckelte die Gruppe nicht, im Gegenteil: im Herbst 2006 kam Jessicas Bruder Janosch dazu.

Der Saison 2007 fehlte ein bißchen der Schwung, der Hunno wurde von seinen Gesippen gegen Ende des Jahres gescholten, dass er zu wenig Veranstaltungen an Land gezogen und zu viele Krisen gewittert hätte.

Durch diese Kritik angespornt, wurden für das Jahr 2008 einige Auftritte mehr angestrebt, die Gruppe scheint jetzt die Anfangsschwierigkeiten überwunden zu haben, die Menge und Art der Veranstaltungen führt zwar immer wieder zur Erschöpfung, aber allgemein jagte 2008 ein Highlight das nächste und das Zusammenspiel macht offenbar allen Beteiligten Freude.

 

Der Hunno träumt von neuen Projekten ...